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    AV-Medium
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    [S.l.]
    Language: German
    Pages: 63 Min.
    Year of publication: 1999
    Keywords: Gerron, Kurt ; Biographischer Film ; Kabarettist ; Konzentrationslager Theresienstadt
    Abstract: "Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht" - wer kennt ihn nicht, den Mackie-Messer-Song aus der Dreigroschenoper? Der Kabarettist, Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron sang ihn 1928 in Berlin und wurde damit schlagartig berühmt. Fortan ging seine Karriere steil aufwärts. Er wurde bekannt als Regisseur beliebter UFA-Komödien und Schauspieler in über 70 Filmen - unter anderem als der Magier in Der Blaue Engel. Als Jude musste Gerron schon bald nach der Machtübernahme der Nazis emigrieren - zunächst nach Paris, später nach Holland, wo er sich jeweils schnell in der Filmszene einen Namen machte. Dann waren plötzlich auch die Amsterdamer Cafés für Juden geschlossen. 1943 wurde Gerron im holländischen Durchgangslager Westerbork interniert, wo die Crème de la Crème des Berliner Kabaretts versammelt war und opulente Programme auf die Beine stellte. Schließlich wurden all diese Künstler nach Theresienstadt verfrachtet. Hier gründete Gerron 1944 sein eigenes legendäres Kabarett "Das Karussell". Hier drehte er später den Propagandafilm "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt". Er dachte, dadurch seine Haut zu retten. Doch Himmlers Schergen hatten die Messer hinterrücks schon gewetzt. Kurze Zeit später wurden Gerron und der größte Teil der Darsteller des Films in Auschwitz ermordet. Diese tragische und exemplarische Geschichte erzählt Ilona Zioks Film Kurt Gerrons Karussell in Interviews, Spielfilmausschnitten und in Liedern. Zeitgenössische Showgrößen wie Max Raabe, Ute Lemper und Ben Becker lassen in kurzen Intermezzi die Songs aus dem Repertoire Gerrons kongenial wieder aufleben. Brücke zum authentischen Geschehen bilden dabei die Betroffenen, die den tragikomischen Darbietungen nicht ohne Rührung lauschen. Diese Lieder sind es vor allem, die Kurt Gerrons Karussell von ähnlichen Dokumentationen abheben. Da jagt es einem schon kalte Schauer über den Rücken, wenn zu Bildern der Deportation in Viehwagen das vermeintlich harmlose Liedchen "Wenn man kein Glück hat" erklingt. Der Kontext verleiht den Songs einen doppelten Boden. Und genau damit wird hier Gerrons Lebenshaltung trefflich transportiert - die Sicht des Künstlers, die sich stets spielerisch und etwas weltfremd der bedrohlichen Realität stellte und scheiterte, weil sie Mackies Messer nicht sehen wollte. (Frank Kukat)
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